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Im Rahmen des Projekts Migr&art organisiert das Manoir de la Ville de Martigny in Zusammenarbeit mit dem Epicentre Workshops, bei denen drei Künstler*innen mit drei Teilnehmer*innengruppen zusammenkommen. Die Künstler*innen Veronica Casellas Jimenez, Benoit Billotte und Marcel Kpoho arbeiten jeweils mit einer Gruppe über mehrere Jahreszeiten hinweg zusammen und beschäftigen sich dabei mit Fotografie, Stoffarbeiten und Skulpturen.

Launch-Event - Festival der Fünf Kontinente

13/06/2025

Das Programm Migr&ART traf im Rahmen des Festivals der fünf Kontinente zum ersten Mal auf sein Publikum. Eine Podiumsdiskussion über die Rolle und die Erfahrungen partizipativer Kunstprojekte brachte Fachleute aus dem kulturellen und sozialen Bereich sowie Teilnehmende zu einem spannenden Austausch zusammen. Werke, die im Rahmen des SMArt-Programms entstanden sind, das kürzlich nach 10 Jahren künstlerischen Schaffens in der Schweiz und weltweit eingestellt wurde, wurden an mehreren Orten des Festivals ausgestellt.

Begegnung mit Veronica Casellas

19/09/2025

Wir sitzen um den Tisch im Wohnzimmer herum, mit einer Tasse dampfendem Tee in der Hand, einer Käseplatte und Snacks zum Teilen. Veronica macht es sich gemütlich zwischen uns und taucht uns in ihre Welt ein: die Fotografie und ihr Heimatland Venezuela. Sie präsentiert uns ihre Soup-Filme, eine Möglichkeit, die mit einer analogen Kamera, dem Action Sampler, aufgenommenen Bilder zum Leben zu erwecken, die mit einem Kodak-Farbfilm ISO 400 mit 36 Bildern geladen ist. Auf Kissen oder an die Couch gelehnt betrachten wir gemeinsam ihre Kreationen, die auf die weiße Wand des Wohnzimmers projiziert werden. Die Bilder tanzen, die Geschichten werden lebendig und die Zeit scheint still zu stehen.

Äthiopischer Kaffee und analoge Fotografie

20/09/2025

Merahwit empfängt uns mit einem eritreischen Kaffee, der nach traditionellem Ritual zubereitet wurde. Die Sonne lädt uns nach draußen ein, und in ihrem Licht probieren wir die Analogkamera aus. Es war wichtig, dass wir uns heute tagsüber bei Tageslicht treffen. Jeder wählt einen bedeutungsvollen Gegenstand, ein Stück persönlicher Geschichte, und schreibt die Geschichte dazu auf ein Blatt Papier im Format A5. Anschließend überlegen wir uns Szenarien für den Film, den wir aus den Bildern erstellen möchten. Worte werden ausgetauscht, Emotionen verflechten sich. Da sich die Gruppe bereits kennt, konnten wir recht schnell einen Teil unserer Geschichte, die mit unserer Kultur oder unserer Familie verbunden ist, miteinander teilen. Ein einzigartiger und sehr wohlwollender Moment der Intimität, in dem Emotionen und Tränen zart zum Vorschein kommen und jede Stimme ihren Platz findet.

Entwicklung von Filmen und Weitergabe

10/10/2025

Veronica hat den Raum vorbereitet: Schüsseln, Essig, Zitrone, heißes Wasser und Handseife. Die Filme werden nun in diese alchemistischen Mischungen getaucht, die ihnen unerwartete Farben und lustige, farbenfrohe Effekte verleihen sollen. Es gibt Snacks und die Atmosphäre im Nähzimmer ist herzlich und familiär. Für uns alle sind diese Treffen ein Zufluchtsort: Sie finden in unserer solidarischen, generationsübergreifenden und multikulturellen Wohngemeinschaft statt, in der wir zu acht leben. Wir sind zu Hause.